Das Finale der Österreichischen Staatsmeisterschaft bei der OBM Land der 1000 Hügel Rallye war für Simon Wagner und Hanna Ostlender im Hyundai i20 N Rally2 im wahrsten Sinne des Wortes ein echtes „Wechselland“ der Gefühle: Nach dem Ausritt beim Test haben die beiden schnell wieder das gewohnte Vertrauen gefunden, konnten zeigen, dass der Speed da ist, und beendeten die Rallye dann in Führung liegend mit einem weiteren Ausritt im Unterholz.
Das Pech hatte bereits am Donnerstag beim Pre-Event-Test begonnen: Aufgrund von mehreren technischen Problemen, die zunächst lokalisiert werden mussten, konnten Simon Wagner und Hanna Ostlender so gut wie keinen Run absolvieren. Dabei sorgte ein weiteres Problem dann dafür, dass der Test im Zaun endete.
Nach dem Ausritt bei der Rallye Weiz war der Gewinn der Meisterschaft ohnehin schon nicht mehr aus eigener Kraft möglich, da selbst der Sieg inklusive Powerstage alleine nicht gereicht hätte. Trotz allem wollten sich die beiden nicht unterkriegen lassen und die Saison zumindest mit einem guten Ergebnis und idealerweise dem Sieg im Land der 1000 Hügel abschließen.
So zeigte sich das Duo Wagner/Ostlender professionell und kämpferisch: Das kleine Aha-Erlebnis vom Test war bereits am nächsten Morgen beim Shakedown wieder vergessen, das Vertrauen auf Anhieb wieder vorhanden und das Sekundenduell eröffnet. Simon Wagner und Hanna Ostlender übernahmen souverän die Führung und bauten diese auch bis zum bitteren Ende aus.
„Nach unserem wirklich bescheidenen Test war ich fast selber etwas überrascht, wie schnell wir das Vertrauen ins Auto zurückgewonnen haben. Wir konnten mit einem guten Gefühl in die Rallye starten und bis zum Ausritt die meisten Bestzeiten fahren. Damit haben wir bewiesen, dass der Speed nach wie vor da ist. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir endlich nochmal das Pech hinter uns lassen“, resümiert Wagner, nachdem sie auf der elften Sonderprüfung die Rallye in Führung liegend im Holzstapel beendeten. „Da waren wir wohl auf dem Holzweg“, versucht Wagner, den bitteren Ausfall mit Humor zu nehmen. „Spaß
beiseite! Natürlich ist es einfach nur bitter und es tut mir unfassbar leid für das gesamte Team. Ich kannte die Stelle ganz genau und habe sie mir extra am Vorabend nochmal auf der Onboard angeschaut. Als wir dann dorthin kamen, habe ich nur die wilden Schotter-Spuren eines Vorausautos gesehen und schnell realisiert, dass das jetzt echt eng wird. Mit dem Einschlag im Holzstapel und einem abgeknickten Vorderrad war die Rallye für uns dann leider vorbei“, erklärt Wagner.
Damit deckt Wagner, der eigentlich für seine Konstanz bekannt ist, wohl nun das Pech der letzten fünf Jahre ab. Was er aber wohl erneut bestätigt, ist seine enorme Willenskraft und Nervenstärke, denn unterkriegen lassen sich die beiden von keinem Niederschlag – ganz im Gegenteil: „Das motiviert uns nur noch mehr, dass wir umso stärker zurückkommen – Aufgeben war noch nie eine Option!“, so Wagner abschließend.
Die Saison 2026 müssen die beiden so glücklicherweise nicht beenden, denn Mitte September wird noch das Finale der tschechischen Meisterschaft bei der Rallye Pačejov vom 18. bis 20. September ausgetragen.




